Patienten-Empowerment

Patient empowerment

„Patient empowerment“ ist ein Prozess, der die aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten bei der Sorge für ihre Gesundheit erleichtern soll. Die aktive Partizipation hängt von den Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten ab, sich Informationen über die Gesundheitsversorgung zu beschaffen, diese zu verstehen und zu nutzen, um richtige Entscheidungen zu treffen und die Behandlungsanweisungen zu befolgen. Dieses Verständnis für und die Mitwirkung bei der Gesundheitsversorgung sind allerdings nicht allen Betroffenen zugänglich bzw. möglich. Während viele Patientinnen und Patienten verschiedene Optionen diskutieren und ihre Meinung mit den für sie zuständigen Gesundheitsfachleuten teilen möchten, wollen andere keine solche aktive Rolle übernehmen. Soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren können einen Einfluss auf die Bereitschaft der Patientinnen und Patienten haben, an der Entscheidungsfindung und anderen Gesundheitsaspekten mitzuwirken.

Patientinnen und Patienten mit geringen Kenntnissen der Sprache des Gastlandes oder begrenzten Gesundheitskenntnissen sind eher Missverständnissen, unsachgemässer Verwendung von Heilmitteln, medizinischen Irrtümern und Zwischenfällen ausgesetzt.Die Förderung effizienter Kommunikation und Partizipation bei der Entscheidungsfindung ist jedoch lebenswichtig, insbesondere bei Einverständniserklärungen oder chirurgischen Eingriffen. Das Gleiche gilt für andere Behandlungsbereiche, insbesondere im Umgang mit chronischen Krankheiten (z.B. Diabetes). Hier brauchen die Betroffenen und ihre Angehörigen gute Informationen, damit sie die Krankheiten verstehen und bei Behandlungsentscheidungen und Planungen mitwirken können. Mehr und besser informiert zu sein trägt zur Patientinnen- und Patientensicherheit bei, fördert bewusste und begründete Entscheidungen und befähigt die Patientinnen und Patienten zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Gesundheitspersonal.

Zu den konkreten Massnahmen, die zum „Patient empowerment“ beitragen, gehören die Zusammenarbeit mit ausgebildeten medizinischen Dolmetschenden, die Bereitstellung schriftlicher Informationen in der Sprache der Patientinnen und Patienten, einfache Gesundheitsinformationen, eine klare und unmissverständliche Sprache, Nachfragen zur Überprüfung dessen, was verstanden wurde sowie die Entwicklung von Behandlungs- und Präventionsstrategien, die den Bedürfnissen spezifischer Gruppen von Patientinnen und Patienten entsprechen.

 

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