Kantonsspital Aarau

Kantonsspital Aarau

Kantonsspital Aarau
Tellstrasse
5001 Aarau
Telefon: 062 838 41 41
www.ksa.ch

AUFGABE

Das Kantonsspital Aarau (KSA) ist eines der grössten Zentrumsspitäler der Schweiz. Im ambulanten und stationären Bereich werden hier jährlich rund 400’000 Patienten und Patientinnen behandelt. In mehr als 30 Behandlungs- und Diagnosezentren beschäftigt das KSA rund 4’500 Mitarbeitende aus über 300 Berufen und rund 80 Nationen, die eine qualitativ hochstehende medizinische Versorgung sicherstellen. Die Diversität der Mitarbeitenden ist eine wichtige Ressource, die viel dazu beiträgt, die unterschiedlichen Anliegen und Erwartungen unserer Patienten und Patientinnen erfüllen zu können.

Gleiche Qualität für alle

Im Jahr 2010 sind die Solothurner Spitäler AG (soH) und das KSA im Rahmen des Aktionsprogramms UNIDO eine verbindliche Projektpartnerschaft eingegangen. Die beiden Spitäler verfolgen gemeinsam die Vision, die Dienstleistungen an den verschiedenen Standorten in den Kantonen Solothurn und Aarau migrations- und chancengerechter auszugestalten. Allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern soll ein wert- und diskriminierungsfreier Zugang zu den Dienstleistungen des Gesundheitswesens ermöglicht werden und die hohe Qualität der Dienstleistungen für alle gewährleistet sein.

Entlastung von Mitarbeitenden durch zusätzliche Ressourcen

Gleichzeitig sollen die verschiedenen Massnahmen zu einer Entlastung von Mitarbeitenden führen, die angesichts der spezifischen Herausforderungen in Behandlung, Pflege und Therapie von Migrantinnen und Migranten bzw. von speziell vulnerablen Patientinnen und Patienten zusätzliche Ressourcen benötigen. Zu diesen Massnahmen zählt beispielsweise die Möglichkeit, professionelle Dolmetschende beizuziehen oder angepasstes und übersetztes Informationsmaterial einsetzen zu können.

Integration und Chancengleichheit für alle Mitarbeitende

Darüber hinaus fördern die Projektpartner UNIDO die Integration von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund am Arbeitsplatz aktiv.

 

TEAM

Bei der Umsetzung des Projekts UNIDO werden die beiden Programmverantwortlichen von einer gemeinsamen Steuergruppe unterstützt. Diese umfasst Mitglieder der Geschäftsleitungen der soH und des KSA sowie Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Bereiche und Hierarchiestufen beider Projektpartner. Die Steuergruppe berät die Programmleitenden bei der Planung und Umsetzung, beurteilt die erzielten Ergebnisse und hilft bei der Erarbeitung von Strategien zur Implementierung von systematischen und nachhaltigen Massnahmen.

Kontaktdaten:

Rita Bossart Kouégbé

Kantonsspital Aarau
Tellstrasse
5001 Aarau
Tel. 062 838 98 72

rita.bossartkouegbe@ksa.ch

Angesichts der zunehmenden Vielfalt sowohl der Patienten und Patientinnen als auch der Mitarbeitenden sind eine transkulturelle Organisationsentwicklung und damit verbundene integrative Massnahmen von grosser Bedeutung. Durch eine kontinuierliche Verankerung von Kriterien bzgl. Sicherstellung von Chancengerechtigkeit und Nichtdiskriminierung auf strategischer Ebene innerhalb von Strategiepapieren und durch erweiterte Kommunikationsmassnahmen in allen Bereichen wird das Commitment der Entscheidungsträger und -trägerinnen sowie der Mitarbeitenden gefördert.

Bereits an den Einführungstagen erhalten die neuen Mitarbeitenden Informationen zum Aktionsprogramm UNIDO und zu den bestehenden Angeboten. Die Erfassung und Auswertung standardisierter vulnerabilitäts- und migrationsspezifischer Patienten- und Patientinnendaten sollen in Zukunft eine wissenschaftliche Grundlage liefern für notwendige innerbetriebliche Strukturanpassungen sowie für weitere migrationsspezifische bzw. vulnerabilitätsreduzierende Massnahmen (z.B. den Einsatz von Dolmetschenden).

Durch bedürfnisorientierte Veranstaltungen zur Funktionsweise des schweizerischen Gesundheitswesens und zu verschiedenen Krankheitsbildern werden der Informationsstand der Migrationsbevölkerung verbessert und Zugangsbarrieren zu den Spitälern abgebaut.

Das KSA spricht mit seinen Geburtsvorbereitungskursen für Migrantinnen eine junge Zielgruppe an. Schwangere Frauen ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen erhalten dank Dolmetscherinnen Zugang zu relevanten Informationen bzgl. Schwangerschaft und Geburt.

Zudem bieten die im KSA in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Asyl Aargau und mit Deutschschulen angebotenen Spitalführungen für Asylsuchende bzw. Fremdsprachige Gelegenheit, Einblick in eine Schweizer Gesundheitsinstitution und Informationen zum schweizerischen Gesundheitswesen zu erhalten.

Die Umsetzung von Chancengerechtigkeit und Integration im Spital ist einer der Schwerpunkte des Aktionsprogramms UNIDO.

Chancengleichheit am Arbeitsplatz ist eng verknüpft mit einem gegenseitig wertschätzenden Umgang. Ein Betriebsklima des Respekts und Vertrauens ist Voraussetzung dafür, dass Übergriffe auf die persönliche Integrität jedes / jeder Einzelnen, diskriminierendes Verhalten, sexuelle Belästigungen und Mobbing verhindert werden können. Chancengleichheit bedeutet auch, dass Mitarbeitende mit Migrationshintergrund die gleichen Aufstiegschancen haben wie Einheimische mit gleicher Qualifikation.

In Bezug auf Integration nimmt das KSA als Arbeitgeberin eine wichtige Aufgabe wahr, indem das Spital vielen Migranten und Migrantinnen den ersten Zugang zum schweizerischen Arbeitsmarkt ermöglicht. Die Einarbeitung dieser Mitarbeitenden kann sehr anspruchsvoll sein, wenn Sprachprobleme, unterschiedliche Vorstellungen bzgl. Arbeitsorganisation oder bzgl. des Umgangs mit Fehlern aufeinanderprallen. Um die Integration für alle Seiten zu erleichtern, hat das KSA im Rahmen von UNIDO ein Integrationskonzept erstellt. Dieses beinhaltet unter anderem Deutschkurse für fremdsprachige Mitarbeitende.

Mit der Umsetzung eines koordinierten Dolmetschkonzepts und dem Einsatz von geschulten internen, professionellen externen Dolmetschenden und einem telefonischen Dolmetschdienst stellen die soH und das KSA seit Jahren die sprachliche Verständigung sicher.

Die sprachliche Verständigung ist die Grundlage einer guten, vertrauensvollen Interaktion zwischen Patientinnen, Patienten und dem betreuenden Fachpersonal. Sie hilft Missverständnisse, Fehlbehandlungen und Leerläufe zu vermeiden und damit Kosten einzusparen.

Dank Sensibilisierungs- und Weiterbildungsmassnahmen zu den Themen „Transkulturelle Kompetenz“ und „Umgang mit Vielfalt“ kann das Fachpersonal im Spital kompetenter mit Diversität umgehen. Dadurch werden Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Religion etc. besser medizinisch versorgt, Prozesse optimiert, Missverständnisse verhindert, Stress abgebaut und letztlich Kosten eingespart.

Die Weiterbildungs- und Sensibilisierungsangebote werden in bestehende Gefässe des KSA integriert mit dem Ziel, möglichst viele Mitarbeitende zu erreichen und die Themen nachhaltig zu verankern.