Forschung

Forschung

Um die Ursachen von Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung zu verstehen ist es notwendig, den jeweiligen Einfluss von Patientinnen und Patienten, Dienstleistenden, Systemeigenheiten und Arzt-Patientinnen- und Arzt-Patienteninteraktionen zu identifizieren. Ein Abbau von Ungleichheiten sollte mit einer Zunahme der Betreuungsqualität einhergehen. Dabei gilt es unter anderem, der Forschung zu erfolgreicher Kommunikation, Erfassung der Gesundheitskompetenz, ärztlicher Voreingenommenheit und sozialen Faktoren, die die Gesundheit beeinflussen, besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Angehen von Themen wie Vielfalt und Ungleichheit setzt die Verfügbarkeit relevanter Daten auf lokaler und nationaler Ebene voraus. Mit solchen Informationen können Institute ihr Dienstleistungsangebot anpassen und Ressourcen so einsetzen, dass sie den Bedürfnissen spezifischer Patienten- und Patientinnengruppen gerecht werden und Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung reduzieren. Methodologische Herausforderungen bei Studien mit unterschiedlichen Patienten- und Patientinnengruppen sind eine eingeschränkte Repräsentation aufgrund der Stichprobenselektion, eine hohe Abbruchrate und Sprachbarrieren. Interdisziplinäre Forschungsteams sollten sich aus Sozialepidemiologinnen und -epidemiologen, Statistikerinnen und Statistikern, Sozio-Anthropologinnen und -Anthropologen, Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachpersonen zusammensetzen.

Themen von besonderem Interesse sind: der Einfluss von wirtschaftlichen Faktoren auf die Nutzung der Gesundheitsversorgung, unbewusste Voreingenommenheit bei Vertreterinnen und Vertretern der Gesundheitsberufe, der Einfluss von Weiterbildungen zu transkultureller Kompetenz auf die Gesundheitsversorgung, der Einfluss von Fallmanagement auf die Gesundheitsversorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen und spezifische Themen wie Fettleibigkeit bei Kindern oder weibliche Genitalbeschneidung. Forschung in klinischen und anderen Gesundheitsbereichen sollte wenig untersuchte Gruppen, wie Migrantinnen und Migranten und andere vulnerable Bevölkerungsgruppen einschliessen und für diese relevant sein.

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